„Sechs Datteln am Tag ab der 36. Woche“ – diesen Tipp hast du vielleicht schon gehört. Datteln gelten als süßes Hausmittel zur Geburtsvorbereitung. Doch was ist dran, wie viele sind sinnvoll und für wen sind sie eher ungeeignet? Dieser Ratgeber bringt Licht ins Dunkel – verständlich und auf den Punkt.
Warum Datteln zur Geburtsvorbereitung beliebt sind
Datteln enthalten natürliche Zucker, Ballaststoffe, Kalium, Magnesium und Eisen. Vermutet wird, dass bestimmte Inhaltsstoffe leicht wehenfördernd auf die Gebärmutter wirken und den Muttermund auf die Geburt vorbereiten können. Deshalb empfehlen viele Hebammen, in den letzten Wochen täglich ein paar Datteln zu essen.
Wie viele Datteln am Tag?
In vielen Empfehlungen und Studien liegt die Menge bei etwa sechs Datteln pro Tag ab der 36. Schwangerschaftswoche. Vorher spricht nichts gegen Datteln als gesunde Süßigkeit – allerdings in Maßen, denn sie enthalten viel natürlichen Zucker. Wer auf den Blutzucker achten muss, sollte die Menge anpassen.
Infografik: Datteln in den letzten Wochen
Was sagt die Forschung?
Mehrere kleinere Studien deuten darauf hin, dass Frauen, die in den letzten Wochen regelmäßig Datteln essen, bei der Geburt einen weiter geöffneten Muttermund haben und seltener medikamentös eingeleitet werden müssen. Die Studienlage ist allerdings noch begrenzt – Datteln sind ein netter, natürlicher Baustein, aber keine Garantie für eine leichtere Geburt.
Zahlen und Fakten
Wie verbreitet Geburtseinleitungen sind, zeigt der Blick auf die Statistik: Nach dem Perinatalbericht des IQTIG, dessen Daten 2026 berichtet werden, wird in Deutschland rund jede vierte bis fünfte Geburt medikamentös eingeleitet. Eine viel zitierte randomisierte Studie aus dem Iran (2026 erneut aufgegriffen) fand bei Dattel-Esserinnen einen deutlich höheren Anteil mit weit geöffnetem Muttermund bei Klinikankunft. Das macht Datteln zu einem sinnvollen, risikoarmen Versuch – mehr aber auch nicht.
Für wen Datteln weniger geeignet sind
Bei Schwangerschaftsdiabetes oder einem auffälligen Zuckertest solltest du die Menge mit deiner Ärztin oder Hebamme abstimmen, da Datteln stark zuckerhaltig sind. Auch bei starker Gewichtszunahme lohnt der bewusste Blick auf die Portion.
Häufige Fragen (FAQ)
Ab wann sollte ich Datteln essen?
Die geburtsvorbereitende Empfehlung gilt ab etwa der 36. Schwangerschaftswoche. Davor sind Datteln einfach ein gesunder Snack in Maßen.
Lösen Datteln vorzeitige Wehen aus?
In der üblichen Menge gibt es dafür keine Hinweise. Deshalb wird der höhere Konsum erst gegen Ende der Schwangerschaft empfohlen.
Sind getrocknete Datteln okay?
Ja, getrocknete Datteln sind üblich. Sie enthalten allerdings konzentrierten Zucker – also bewusst portionieren.
Fazit
Datteln sind ein beliebtes, natürliches Hausmittel zur Geburtsvorbereitung: rund sechs Stück täglich ab der 36. Woche. Die Forschung deutet auf einen leichten Vorteil hin, garantiert ist nichts. Wegen des hohen Zuckergehalts gilt vorher Maß zu halten – und bei Schwangerschaftsdiabetes die Menge ärztlich abzusprechen.
