Ja, Thunfisch ist in der Schwangerschaft erlaubt – solange du auf die Menge achtest. Wegen des Quecksilbergehalts gelten ein bis zwei kleine Dosenportionen pro Woche als unbedenklich, frisches Steak dagegen nur ausnahmsweise und roher Thunfisch gar nicht, denn Thunfisch zählt zu den quecksilberreicheren Fischarten.
Warum Thunfisch ein Thema ist: Quecksilber
Thunfisch ist ein großer Raubfisch und steht weit oben in der Nahrungskette. Dadurch reichert er Methylquecksilber aus dem Meer stärker an als kleine Fische wie Sardine oder Hering. Das Schwermetall kann über die Plazenta zum Kind gelangen; in größeren Mengen steht es im Verdacht, die Entwicklung des kindlichen Nervensystems zu beeinträchtigen. Genau deshalb wird Thunfisch in der Schwangerschaft nicht verboten, aber in der Menge begrenzt – ein Unterschied, der oft übersehen wird.
Wie viel Thunfisch ist erlaubt?
Als Faustregel gilt: eine bis maximal zwei kleine Portionen Thunfisch aus der Dose pro Woche, das entspricht etwa ein bis zwei Dosen à 150 g abgetropft. Frisches Thunfischsteak enthält meist deutlich mehr Quecksilber – hiervon höchstens eine kleine Portion pro Woche, manche Fachstellen raten sogar, ganz darauf zu verzichten. Roher Thunfisch, etwa als Sushi oder Sashimi, ist in der Schwangerschaft tabu: Hier kommt zum Quecksilber noch das Risiko durch Keime und Parasiten hinzu.
| Form | Empfehlung | Grund |
|---|---|---|
| Thunfisch aus der Dose | 1–2 kleine Portionen / Woche | kleinere Fische, weniger Quecksilber |
| Frisches Thunfischsteak | max. 1 kleine Portion / Woche, besser meiden | große Tiere, mehr Quecksilber |
| Roher Thunfisch (Sushi) | Nein | Keim- und Parasitenrisiko |
Infografik: Thunfisch-Ampel
Die bessere Wahl: fettarme und fettreiche Seefische
Fisch ist in der Schwangerschaft wertvoll – wegen des Eiweißes, des Jods und der Omega-3-Fettsäuren, die für die Gehirnentwicklung des Kindes wichtig sind. Verzichten musst du darauf also nicht, nur klüger auswählen. Als sicher und empfohlen gelten quecksilberarme Sorten wie Lachs, Forelle, Hering, Sardine, junge Makrele und Kabeljau – gegart, nicht roh. Sie liefern reichlich Omega-3 bei niedrigem Quecksilbergehalt.
Zahlen und Fakten
Die Mengengrenzen kommen nicht von ungefähr. Die US-Behörden FDA und EPA, deren gemeinsame Fischempfehlung 2026 weiterhin gilt, stufen Thunfischkonserve („light“) als „gute Wahl“ ein – mit bis zu zwei bis drei Portionen pro Woche. Frischen Weißen Thun beziehungsweise großen Thunfisch führen sie dagegen nur als „gelegentlich“. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) betont in seiner 2026 fortgeschriebenen Linie: Zwei Portionen Fisch pro Woche sind für Schwangere ideal, davon eine fettreiche, quecksilberarme Sorte. Es geht also ums richtige Maß, nicht um Verzicht.
Häufige Fragen (FAQ)
Darf ich Thunfisch aus der Dose essen?
Ja, in Maßen. Ein bis zwei kleine Dosenportionen pro Woche gelten als sicher, weil Dosenthunfisch meist aus kleineren, quecksilberärmeren Fischen besteht.
Ist Thunfischpizza oder ein Thunfisch-Sandwich okay?
Solange der Thunfisch durchgegart beziehungsweise aus der Dose ist und du die Wochenmenge im Blick behältst, spricht nichts dagegen. Bei einem belegten Brötchen vom Vortag lohnt sich ein Blick auf die Kühlung.
Was ist mit rohem Thunfisch im Sushi?
Roher Thunfisch ist in der Schwangerschaft tabu – wegen des Quecksilbers und zusätzlich wegen möglicher Keime und Parasiten in rohem Fisch. Ähnliche Vorsicht gilt bei anderen rohen Lebensmitteln, etwa im Zusammenhang mit Toxoplasmose in der Schwangerschaft.
Muss ich mir nach einer versehentlich zu großen Portion Thunfisch Sorgen machen?
Eine einmalige größere Portion ist in der Regel kein Grund zur Sorge, denn Quecksilber wirkt erst bei dauerhaft hoher Zufuhr problematisch. Achte ab jetzt einfach wieder auf das Wochenmaß.
Fazit
Unterm Strich ist Thunfisch in der Schwangerschaft kein verbotenes Lebensmittel, sondern eines mit Bedingungen: Dose in Maßen, Steak selten, roh nie. Am einfachsten hältst du dich an die Wochengrenze und wechselst dafür öfter zu den quecksilberarmen Alternativen wie Lachs oder Sardine. Wer noch mehr Fragen zu Ernährung und Medikamenten in der Schwangerschaft hat, findet weitere Antworten etwa zu Käse in der Schwangerschaft oder Nasenspray in der Schwangerschaft.
