Welche Geburtsposition während der Wehen am meisten Erleichterung bringt, ist von Frau zu Frau unterschiedlich – bei der Schmerzlinderung ebenso wie beim Verlauf der Geburt selbst. Wie du dich schon Wochen vorher auf den großen Tag vorbereitest, liest du in Wie du dich auf die Geburt mit Zwillingen vorbereitest. Plagen dich in den Wochen davor Beschwerden, findest du in unserem Ratgeber zu Sodbrennen in der Schwangerschaft sanfte Hausmittel, und welches Nasenspray in der Schwangerschaft erlaubt ist, erklären wir separat. Lange bevor es so weit ist, gibt es schöne Ideen, die Schwangerschaft kreativ zu verkünden, und auch die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft spielt für eine entspannte Geburtsvorbereitung eine Rolle. Wer noch ganz am Anfang steht, bekommt in unserem Überblick zu den ersten Anzeichen einer Schwangerschaft einen guten Startpunkt.
Die eine „beste“ Geburtsposition gibt es nicht: Rückenlage, Vierfüßlerstand, Wassergeburt oder Gebärhocker wirken je nach Wehenphase unterschiedlich schmerzlindernd. Alle zehn Haltungen in diesem Artikel senken vor allem den Druck auf Rücken und Beckenboden. Wechsle die Position während der Wehen ruhig mehrfach und sprich das Thema vorab mit deiner Hebamme durch.
| Geburtsposition | Vorteile |
|---|---|
| Rückenlage | Entspannung und Unterstützung |
| Stehend | Verringerung des Drucks auf den unteren Rücken und Erleichterung der Wehen |
| Stütze | Zusätzlicher Halt und Entlastung durch die Verwendung von Geburtsbällen oder einer Wand |
| Hände und Knie | Reduzierung des Drucks auf den Rücken und Erleichterung der Geburt |
| Seitlich liegend | Verringerung des Drucks auf den Rücken und Verbesserung der Durchblutung |
| Wassergeburt | Schmerzlinderung und entspannte Atmosphäre |
| Gebärhocker | Aufrechte Position und effektivere Wehen |
| Knie-Ellbogen-Position | Reduzierung des Drucks auf den Rücken und Erleichterung der Geburt |
| Squatting | Öffnung des Geburtskanals und Beschleunigung der Geburt |
Die verschiedenen Positionen auszuprobieren lohnt sich, denn jeder Körper reagiert anders auf die Wehen. Was bei einer Frau perfekt funktioniert, muss bei einer anderen nicht genauso wirken. Manche Frauen bleiben die ganze Eröffnungsphase über bei einer Haltung, andere wechseln alle paar Wehen. Sprich mit deinem Arzt oder deiner Hebamme über die Optionen und nutze ihr Fachwissen und ihre Erfahrung, gerade wenn du dir unsicher bist, was für deinen Körper infrage kommt.
Eine „richtige“ oder „falsche“ Position während der Geburt gibt es nicht. Wichtig ist, dass du dich wohlfühlst und die Haltung findest, die dir hilft, die Schmerzen zu bewältigen und die Geburt so angenehm wie möglich zu gestalten. Bei ungewöhnlich starken Schmerzen, Blutungen oder wenn sich dein Kind auffällig wenig bewegt, wende dich unabhängig von der Position sofort an die Hebamme oder das Kreißsaalpersonal. Das gilt genauso, wenn du dich in keiner der ausprobierten Haltungen zurechtfindest – auch das ist ein Grund, noch einmal gezielt nachzufragen, statt es allein auszuhalten.
Rückenlage
In der Rückenlage liegst du auf dem Rücken, während Kissen oder ein Geburtsball für zusätzlichen Halt sorgen können. Die Muskulatur lockert sich in dieser Haltung oft leichter, was während der Wehen spürbar entlastet.
Partner oder Hebamme können dich in dieser Position leichter massieren oder beruhigen, und das medizinische Personal hat einen guten Blick auf den Geburtskanal, was gerade bei engmaschiger Überwachung praktisch sein kann.
Allerdings erhöht die Rückenlage den Druck auf die Wirbelsäule und ist nicht für jede Frau angenehm. Probiere sie ruhig aus, aber zwinge dich nicht dazu, wenn sie dir nicht guttut – deine Hebamme berät dich gern zu Alternativen wie der Seitenlage oder einer leicht erhöhten Rückenlage mit vielen Kissen im Rücken.
Stehend
Im Stehen sinkt der Druck auf deinen unteren Rücken merklich. Das kann Schmerzen und Unbehagen lindern und sogar die Wehen erleichtern, weil die aufrechte Haltung die Schwerkraft für dich arbeiten lässt.
Für zusätzlichen Halt kannst du dich an einem Geburtsball oder einer Wand abstützen oder dich an deinen Partner beziehungsweise deine Hebamme anlehnen. Manche Frauen wiegen sich dabei leicht von einem Bein aufs andere, was die Wehen als weniger intensiv empfinden lässt.
Achte dabei auf deine Haltung: Stehst du aufrecht mit leicht gebeugten Knien, sinkt der Druck auf den unteren Rücken weiter, und die Durchblutung verbessert sich. Ein regelmäßiger Positionswechsel bringt zusätzliche Entlastung, besonders wenn die Wehen länger anhalten und die Beine müde werden.
Stütze
Auch eine Stütze – ein Geburtsball oder eine Wand – gibt zusätzlichen Halt. Lehnst du dich auf den Ball oder platzierst ihn zwischen den Beinen, lässt sich die Körperhaltung während der Wehen besser kontrollieren, und der Druck auf den unteren Rücken sinkt spürbar.
Eine Wand funktioniert ähnlich: Rücken anlehnen, Beine leicht gebeugt. Das entlastet den Körper während der Wehen. Manche Kliniken und Geburtshäuser stellen dafür extra Sprossenwände oder Geländer bereit, an denen sich Schwangere während der Eröffnungsphase festhalten können.
Probiere aus, welche Stütze für dich am bequemsten ist, denn jede Frau reagiert anders, und was einer Freundin geholfen hat, muss bei dir nicht genauso wirken. Höre auf deinen Körper und wechsle die Stütze, sobald sich eine Position unangenehm anfühlt. Frag im Vorfeld ruhig im Kreißsaal oder Geburtshaus nach, welche Hilfsmittel dort vorhanden sind, damit du am Tag der Geburt weißt, worauf du zurückgreifen kannst.
Hände und Knie
In der Hände-und-Knie-Position kniest du auf allen Vieren, Hände und Knie berühren den Boden. Diese Haltung entlastet den unteren Rücken und nimmt Druck von der Wirbelsäule.
Du kannst dich frei bewegen und die Hüften während der Wehen schaukeln, was den Geburtsprozess unterstützen kann. Auch der Druck auf den Gebärmutterhals lässt nach, was die Öffnung des Geburtskanals begünstigt.
Eine weiche Unterlage oder ein Geburtsball unter den Knien sorgt für zusätzlichen Komfort und Stabilität. Weil der Druck auf die untere Hohlvene sinkt, verbessert sich zudem die Durchblutung – das kommt der Sauerstoffversorgung von dir und deinem Baby zugute. Viele Hebammen empfehlen diese Position besonders dann, wenn das Baby in Rückenlage als Steißlage liegt, weil der Vierfüßlerstand dem Kind mehr Raum zum Drehen gibt.
Seitlich liegend
Auch seitlich liegend – links oder rechts – sinkt der Druck auf den Rücken, während sich die Durchblutung verbessert.
Diese Position ist zudem bequem und entspannend: Du kannst dich gut ausruhen und Energie für die bevorstehende Geburt sparen. Ein Kissen zwischen den Beinen bringt zusätzlichen Komfort, ebenso ein weiteres Kissen im Rücken zur Stabilisierung.
Seitlich liegend behältst du außerdem die Kontrolle über deinen Körper und kannst dich leicht bewegen, um deine Haltung an den Fortschritt der Wehen anzupassen. Gerade in der späten Eröffnungsphase, wenn du erschöpft bist, ist diese Position oft eine willkommene Ruhepause zwischen aktiveren Haltungen.
Wassergeburt
Die Wassergeburt wird immer beliebter, weil das warme Wasser Schmerzen lindert und eine ruhige, entspannte Atmosphäre schafft.
Du befindest dich dabei in einer speziellen Geburtsbadewanne oder einem Geburtsbecken. Das Wasser trägt einen Teil deines Körpergewichts und nimmt Druck von Gelenken und Muskeln, wodurch sich die Wehen für viele Frauen besser aushalten lassen.
Weil die Schwerkraft im Wasser teilweise aufgehoben ist, hast du mehr Bewegungsfreiheit und kannst leichter zwischen Positionen wechseln, etwa vom Knien in den Schneidersitz. Manche Frauen empfinden die Geburt dadurch als schneller und weniger anstrengend. Auch der Partner kann am Rand der Wanne sitzen und dich während der Wehen stützen oder einfach nur deine Hand halten.
Wichtig ist eine konstante, angenehme Wassertemperatur, meist um die Körpertemperatur herum. Eine erfahrene Hebamme oder ein Geburtshelfer sollte dich während der gesamten Wassergeburt begleiten und regelmäßig kontrollieren, wie es dir und deinem Baby geht.
Gebärhocker
Der Gebärhocker ermöglicht eine aufrechte Haltung und kann die Wehen effektiver machen. Weil du sitzt statt liegst, sinkt der Druck auf den Rücken, und die Schwerkraft unterstützt den natürlichen Geburtsprozess zusätzlich.
Du behältst mehr Kontrolle und Freiheit, um dich während der Geburt zu bewegen und deine Position anzupassen. Das kann helfen, den Geburtskanal zu öffnen und den Fortschritt der Geburt zu beschleunigen, weil der Beckenboden in dieser Sitzhaltung weniger Widerstand bietet.
Es gibt verschiedene Modelle – manche mit Rückenlehne, manche mit Griffen für zusätzlichen Halt, manche eher niedrig und kompakt. Für manche Frauen ist der Gebärhocker eine angenehmere Alternative zur klassischen Rückenlage.
Geeignet ist er allerdings nicht für jede Frau, etwa wenn körperliche Kraft in den Beinen fehlt oder die Geburt sehr schnell voranschreitet. Bespreche mit deiner Hebamme oder deinem Geburtshelfer, ob er für dich infrage kommt.
| Vorteile des Gebärhockers | Nachteile des Gebärhockers |
|---|---|
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|
Knie-Ellbogen-Position
Bei der Knie-Ellbogen-Position kniest du auf allen Vieren, die Knie direkt unter den Hüften, die Hände unter den Schultern. Das Gewicht des Babys drückt dadurch nicht auf deinen unteren Rücken.
Diese Haltung kann helfen, den Geburtskanal zu öffnen: Der Druck auf den Beckenboden steigt, was dem Baby das Gleiten durch den Geburtskanal erleichtern kann. Auch die Durchblutung verbessert sich, was die Sauerstoffversorgung für dich und dein Baby während der Geburt unterstützt.
Ein Geburtsball oder ein Kissen unter den Knien bringt zusätzlichen Komfort und hilft beim Gleichgewicht – eine gute Option, wenn du starke Rückenschmerzen während der Wehen spürst und Entlastung suchst. Weil die Position auf Dauer anstrengend für Arme und Knie sein kann, eignet sie sich besonders für kürzere Phasen zwischen anderen, ruhigeren Haltungen.
Squatting
Beim Hocken öffnet sich der Geburtskanal, und die Geburt kann sich beschleunigen. Diese Haltung ist keine moderne Erfindung: Frauen nehmen sie in vielen Kulturen seit Jahrhunderten während der Geburt ein. Die Schwerkraft erhöht dabei den Druck auf den Geburtskanal, sodass dein Baby schneller vorankommt.
Gehst du in die Hocke, öffnet sich der Beckenraum weiter, und dein Baby kann leichter durch den Geburtskanal passieren. Das kann den Geburtsprozess beschleunigen und die Dauer der Wehen verkürzen. Gleichzeitig nutzt die Hockposition die Schwerkraft, um das Baby nach unten zu bringen und den Druck auf den Rücken zu verringern.
Manche Frauen halten sich dabei an einer Stange oder am Partner fest, andere nutzen einen Gebärhocker oder eine spezielle Vorrichtung als Stütze. Wichtig ist ausreichend Kraft in den Oberschenkeln, weil die Position auf Dauer anstrengend wird – ein Wechsel mit ruhigeren Haltungen wie der Seitenlage tut dann gut. Das Hocken zählt zu den ältesten Geburtspositionen überhaupt und ist eine Möglichkeit, die Geburt aktiv und selbstbestimmt zu erleben.
Wer sich auch auf die emotionale Seite der Geburt einstimmen möchte, findet in unserem Beitrag zu den emotionalsten Momenten während der Geburt einen guten Einblick.
Position während der Wehen wechseln
Niemand muss sich für eine einzige Haltung entscheiden und die ganze Geburt darin verbringen. In der Praxis wechseln die meisten Frauen mehrfach, je nachdem, wie sich der Körper gerade anfühlt und wie weit die Wehen fortgeschritten sind. In der frühen Eröffnungsphase hilft oft Bewegung – Stehen, Gehen, Stütze am Ball –, während gegen Ende viele Frauen ruhigere, bodennahe Positionen wie den Vierfüßlerstand oder die Seitenlage bevorzugen.
Ein einfacher Anhaltspunkt: Fühlt sich eine Position nach ein paar Wehen anstrengend statt entlastend an, ist das ein Signal zum Wechseln. Deine Hebamme kennt außerdem Kombinationen, die bei bestimmten Ausgangslagen des Kindes besonders hilfreich sind, etwa bei einer hinteren Hinterhauptslage. Manche Geburtshäuser und Kreißsäle stellen dafür eigens verschiedene Hilfsmittel bereit – Pezzibälle, Gebärhocker, Sprossenwände, Matten für den Boden –, sodass du nicht auf ein einziges Setting festgelegt bist.
Auch dein Partner kann eine aktive Rolle übernehmen: beim Stützen, beim Massieren des unteren Rückens oder einfach, indem er dich zwischen den Wehen an eine neue Position erinnert, wenn du selbst zu erschöpft dafür bist. Sprich diese Aufgabenteilung im Idealfall schon vor der Geburt einmal durch, damit im Kreißsaal nicht erst darüber diskutiert werden muss.
Häufig gestellte Fragen
- Welche Geburtsposition ist am besten für mich?
Das hängt von deinen persönlichen Vorlieben und deinem Körper ab. Probiere verschiedene Positionen aus und achte darauf, welche dir am meisten Komfort bietet – beliebt sind etwa die Rückenlage, das Stehen, die Hände-und-Knie-Position und das Hocken. Viele Frauen kombinieren im Lauf der Geburt mehrere Haltungen.
- Kann ich eine Wassergeburt haben?
Ja, eine Wassergeburt ist eine Option, die Schmerzen lindern und eine entspannte Atmosphäre schaffen kann. Sprich mit deinem Arzt oder deiner Hebamme, ob sie für dich infrage kommt und welche Voraussetzungen dafür in deiner Klinik oder deinem Geburtshaus gelten.
- Wie verringere ich den Druck auf meinen Rücken während der Geburt?
Die seitliche Liegeposition, die Hände-und-Knie-Position oder eine Stütze wie ein Geburtsball oder eine Wand nehmen Druck vom Rücken. Finde während der Geburt die Position, die dir dabei am meisten hilft, und wechsle ruhig mehrfach.
- Was ist ein Gebärhocker?
Ein Gebärhocker ist ein spezieller Hocker, der dir eine aufrechte Position während der Geburt ermöglicht. Er kann die Wehen effektiver machen und den Geburtsprozess unterstützen. Sprich mit deinem medizinischen Fachpersonal, ob ein Gebärhocker für dich geeignet ist.
- Kann die Knie-Ellbogen-Position bei der Geburt helfen?
Ja, sie kann den Druck auf den Rücken verringern und die Geburt erleichtern, weil sie deinen Körper entlastet und den Geburtskanal öffnet. Bespreche diese Position vorab mit deiner Hebamme, damit ihr gemeinsam prüft, ob sie zu dir passt. Lesenswert ist in diesem Zusammenhang auch Die 5 besten Yoga-Übungen für eine entspannte Schwangerschaft.

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